13.02.2025
Ausstellung "Kalymma - Kunst zur Passionszeit" in der Michaeliskirche mit Performance eröffnet
Bereits zum 10. Mal findet in der Erfurter Michaeliskirche die Kunstaktion „Kalymma“ statt. Zur nachgeholten Performance am 29. März traten die Erfurter Augustinerkantorin Ingrid Kasper und der Münchner Zeichner Christoph Lammers in einen spannenden künstlerischen Dialog aus Musik und bildender Kunst.
Christoph Lammers, der schon die erste Kalymma-Performance vor 10 Jahren in der Michaeliskirche gestaltet hatte, kam zum Jubiläum erneut nach Erfurt. Allerdings agierte er diesmal gemeinsam mit Augutinerkantorin Ingrid Kasper in der Michaeliskirche. Ingrid Kaspers brachte in der etwa einstündigen Performance ihr beeindruckendes musikalisches Können zum Einsatz: Sie sang nicht nur, sie spielte auch Klavier und Orgel. Lammers verwandelte derweil zwei große, zu Beginn der Aufführung noch weiße Leinwände in wild bemalte, zum Teil auch farbige Gemälde bzw. Zechungen - auch unter Einsatz seines Körpers, klopfend, tänzelnd, singend, auf Leitern steigend.
„Kalymma“ (altgr.: Hülle) beschreibt die Verhüllung bzw. Verdeckung des Altars in der Passionszeit. Der Evangelische Kirchenkreis Erfurt greift damit die Tradition des „Hungertuches“ auf. Einst war der Altar in der Passionszeit vor den Blicken der Gemeinde verborgen – die Augen der Gläubigen waren so zum „Seh-Fasten“ gezwungen. Christoph Lammers, der in München lebt, hat das performative Zeichnen zu einem Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens gemacht. Gemeinsam mit Erfurts Senior Dr. Matthias Rein hatte er Kalymma im Jahr 2015 aus der Taufe gehoben. Ingrid Kasper und Christoph Lammers ergänzten mit ihrer Kunstaktion am 29. März die Liste renommierter Künstler, die Kalymma in den Vorjahren in der Michaeliskirche gestaltet haben, so z.B. Harald Reiner Gratz, Moritz Götze und Jost Heyder. Im Anschuss an die Performance führte Kunsthistoriker Kai-Uwe Schierz, bis 2024 Direktor der Erfurter Kunstmuseen, ein Gespräch mit den Künstlern.